1. Osteopathie: Geschichte DownloadsDehnübungen Brustwirbelsäule |
OsteopathieDie Osteopathische Medizin ist eine wertvolle Ergänzung zur klassischen Schulmedizin: Sie befasst sich mit der Analyse und Heilung von Fehlfunktionen im Bewegungssystem, in den inneren Organen und am Nervensystem. In unserem Osteopathie Zentrum verfügen wir über eine 15 Jährige intensive Erfahrung. Wir führen pro Jahr ca. 8000 osteopathische Behandlungen durch. Unsere osteopathischen Ärzte arbeiten alle seit 10-15 Jahren täglich in den verschiedenen Bereichen der Osteopathie. Das Spektrum unserer Patienten ist vielfältig und wir behandeln Patienten aus ganz Deutschland. Was kann mit Osteopathie behandelt werden:akute und chronische Schmerzen im Bewegungsapparat |
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1. Geschichte der Osteopathie1.1 Osteopathische Ärzte in den USA1892 begründete der amerikanische Arzt Dr. A. T. Still die Osteopathie. Der Begriff stammt von den beiden griechischen Wörtern Osteon = der Knochen und Pathos = die Krankheit. Dr. Still fand heraus, dass funktionelle Störungen der Wirbelsäule Gesundheitsstörungen im ganzen Körper auslösen können. Dr. Still entwickelte schließlich ein Medizinsystem, mit dem Funktionsstörungen im gesamten Körper behandelt werden können. Im selben Jahr gründete Still das erste osteopathische College. 1.2 Osteopathen in EuropaIn Europa hat sich die Osteopathie erst seit etwa 1990 verbreitet. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Privatschulen, die Osteopathen ausbilden. Diese Ausbildung ist jedoch nicht mit dem Vollstudium der osteopathischen Ärzte in den USA vergleichbar. In Deutschland gibt es bis heute kein Berufsbild Osteopath und es besteht keine staatlich geregelte Ausbildung. Europäische Osteopathen sind in der Regel Heilpraktiker oder Physiotherapeuten und keine Ärzte. Nur Osteopathen mit dem Diplom D. O. (Diplom Osteopath) haben eine qualifizierte Ausbildung und dies sind zur Zeit etwa 350 in ganz Deutschland. |
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2. Osteopathische Ärzte, Definition Osteopathische Medizin2.1 Osteopathische ÄrzteDie DGOM (Deutsche Gesellschaft für Osteopathische Medizin) führt seit 1997 eine 4-jährige berufsbegleitende Fortbildung Osteopathische Medizin nach dem amerikanischen Standard durch. Aufbauend auf dem Medizinstudium und der Facharztweiterbildung lernen die Ärzte das gesamte Spektrum der Osteopathie in einem strukturierten Curriculum. Der Abschluss ist D.O.M. (Diplom für Osteopathische Medizin. In Deutschland gibt es zur Zeit ca. 300 Ärzte mit dem Diplom Osteopathische Medizin.2.2 Definition Osteopathische MedizinOsteopathische Medizin beinhaltet eine umfassende manuelle Diagnostik und Therapie von Fehlfunktionen im Bewegungssystem, den inneren Organen und am Nervensystem. Im Zentrum der Therapie steht nicht die Behandlung einer Krankheit an sich, sondern immer die individuelle Situation bei einem Patienten. Im Mittelpunkt stehen die Selbstheilungskräfte des Patienten, denn jeder Körper hat in sich eine starke Kraft zur Gesundheit. Der osteopathische Arzt regt diese an und fördert damit die Selbstheilung. |
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3. WirksamkeitFür die Wirksamkeit der Osteopathischen Medizin gibt es in der anerkannten internationalen wissenschaftlichen Literatur eine Fülle von hervorragenden Veröffentlichungen aus den Reihen der amerikanischen D.O.`s (Doctors of Osteopathic Medicine). Viele D.O.`s arbeiten an renommierten Universitätskliniken gemeinsam mit ihren medizini-schen Kollegen. |
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4. Kosten4.1 KassenpatientenIn Deutschland ist die Osteopathische Medizin keine Kassenleistung. Osteopathische Behandlungen müssen daher nach der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) wie bei einem Privatpatienten abgerechnet werden. Nach den Sätzen der GOÄ ergibt sich je nach den gewählten Behandlungsmethoden und dem Zeitaufwand ein Kostensatz zwischen ca. 72.- EUR und 102.- EUR pro Sitzung. 4.2 PrivatpatientenBei Privatpatienten bezahlen die privaten Krankenversicherer grundsätzlich osteopathische Behandlungen entsprechend der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) |
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5. Termine5.1 Säuglinge, KleinkinderBei Säuglingen sind in der Regel 2 Termine im Abstand von 2-4 Wochen notwendig. Aufgrund der meistens akuten Beschwerden und dem hohen Leidensdruck versucht das Praxisteam immer zeitnah einen passenden Termin zu finden.5.2 Kinder, ErwachseneAkute Erkrankungen |
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6. KrankheitsbilderWelche Krankheitsbilder können mit Osteopathischer Medizin behandelt werden? 6.1 SäuglingeBei Säuglingen kann es in Folge einer komplizierten Geburt zu vielfältigen funktionellen Störungen kommen. Nicht jede Geburt ist für jeden Säugling ein Trauma und viele Säuglinge überstehen auch komplizierte Geburten ohne funktionelle Störungen. Wichtig ist dabei immer, zusammen mit der Hebamme und dem Kinderarzt die weitere Entwicklung des Säuglings zu beobachten und ggf. dann einen osteopathischen Arzt zu Rate zu ziehen. Hinweise für eine Komplizierte GeburtAus osteopathischer Sicht finden sich folgende Hinweise für eine komplizierte Geburt des Säuglings: Hinweise für funktionelle Störungen des SäuglingsFür funktionelle Störungen des Säuglings sprechen aus osteopathischer Sicht folgende Hinweise:• einseitige Kopfhaltung des Säuglings nach rechts oder nach links • Abflachung des Hinterkopfes auf einer Seite wegen Schieflage • starkes Überstrecken des Kopfes nach hinten und Krümmung des Körpers wie ei-ne Banane • Schiefhals • Anhaltende Trinkschwäche in Verbindung mit den oben genannten Störungen • Starke Blähungen, Aufstoßen • Große Unruhe des Säuglings mit Verkrampfung der Hände bzw. Arme • Schreikind vor allem nachts (Säugling schreit über Stunden) Was ist das KISS-Syndrom?Das KISS-Syndrom ist die Abkürzung für Kopfgelenk induzierte Symmetrie Störungen. Das KISS-Syndrom ist eine rein deutsche Erfindung und dieser Ausdruck ist international nicht gebräuchlich. Die Verfechter des KISS-Syndroms behaupten, dass praktisch alle Störungen beim Säugling und Kleinkind von Störungen des Atlas, also des ersten Halswirbels, ausgehen. Aus osteopathischer Sicht ist zwar der Atlas sehr häufig eine Ursache für funktionelle Störungen bei Säuglingen, aber bei weitem nicht die einzige.Tonus-Asymmetrie-SyndromDies ist die internationale Bezeichnung für funktionelle Störungen bei Säuglingen, die sich in einer unterschiedlichen Spannung der Gewebe im Säugling ausdrücken.Neben den oben genannten Störungen des Atlas finden wir bei Säuglingen ganz häufig Störungen im Becken, Thorax, Bauchraum und vor allem im Schädelbereich. Der Blickwinkel der Osteopathischen Medizin ist hier nicht auf eine Modesyndrom (KISS) gerichtet, sondern auf den ganzen Säugling mit seiner individuellen Vielfalt an möglichen Störmustern. Bei der Therapie von Säuglingen ist daher eine präzise Diagnose von entscheidender Bedeutung. Die Therapie ergibt sich dann automatisch aus der Diagnose. Therapiedauer bei SäuglingenSäuglinge müssen in der Regel nur zweimal im Abstand von einigen Wochen behandelt werden. Im Allgemeinen beginnt die erste Behandlung 6 Wochen nach der Geburt und wird dann nach 4 Wochen weitergeführt. In Sonderfällen, z.B. bei schweren Deformie-rungen des Kopfes sind 3-5 Sitzungen notwendig.6.2 SchwangerschaftTypische Beschwerden bei Schwangeren, die osteopathisch behandelt werden können, sind:• Hartnäckige Ischiasschmerzen, vor allem bei einseitigen Schmerzen • Beckenschmerzen mit Bewegungseinschränkung • Nacken- und Kopfschmerzen Darf in der Schwangerschaft osteopathisch behandelt werden: 6.3 Wochenbett, StillzeitNach der Entbindung gibt es für etwa 3 Monate verschiedene Rückbildungsvorgänge im Körper der Mutter. Besonders betroffen sind das Becken, der gesamte Bauchraum, aber auch die Wirbelsäule. Sollten nach diesen 3 Monaten hartnäckige Beschwerden in einem der Bereiche bestehen, ist häufig eine Beckenfunktionsstörung als Folge der Geburt der Grund. Dies kann häufig mit einer osteopathischen Behandlung in 1-2 Sitzungen behoben werden.6.4 Kleinkinder, KinderBei Kleinkindern und Kindern finden sich häufig funktionelle Störungen als Ursache oder Teilursache für Krankheitsbilder. Im Einzelfall muss immer durch eine osteopathische Untersuchung abgeklärt werden, ob derartige Funktionsstörungen vorliegen. Im Folgenden einige Beispiele für häufige Krankheitsbilder, die osteopathische Ursachen oder Teilursachen haben.• Koordinationsstörungen in der Grobmotorik oder Feinmotorik • Gangstörungen, vor allem „Einwärtsgang“ • Verkrümmungen der Wirbelsäule oder des Brustkorbes • Entwicklungsverzögerungen motorisch • Verzögerte Sprachentwicklung • Sogenannte „zappelige Kinder“, ADS = Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom • chronische Kopfschmerzen, Migräne • ungeklärte Bauchschmerzen • Bettnässen • ungeklärte Schmerzen an den Beinen oder Armen 6.5 ErwachseneGrundsätzlich können in der Osteopathie akute und chronische Beschwerden behandelt werden. Für akute Beschwerden gibt es in der Medizin viele erfolgreiche Behandlungsmethoden. Für chronische Beschwerden gibt es oftmals nur wenige Erfolg versprechende Verfahren. Deshalb liegt die Domäne der Osteopathischen Medizin vor allem in der Behandlung chronischer Schmerzpatienten.Schmerzen und Bewegungseinschränkungen: Spezielle Krankheitsbilder: Dies sind einige Beispiele für häufige in unserer Praxis vorkommende Krankheitsbilder. In der Regel sind bei diesen Krankheitsbildern am Anfang 3 Behandlungen im Abstand von 2-3 Wochen notwendig, dann erfolgt in 3-4 Monaten eine erste Kontrolle und bei langjährigen chronischen Verläufen dann alle 6-9 Monate eine Behandlung. Ziel ist immer eine Stabilisierung des Patienten durch Stärkung seiner Eigenkräfte auf möglichst hohem Niveau. |
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7. Behandlungsablauf7.1 KrankheitsvorgeschichteAktuelle BeschwerdenBei der osteopathischen Krankheitsvorgeschichte sind nicht nur die aktuellen Beschwerden des Patienten wichtig. Von großer Bedeutung ist die zeitliche Entwicklung der einzelnen Beschwerden.Wann hat was angefangen und wie hat sich das Beschwerdebild aufgebaut. Praxisbeispiel: Die wichtige Rolle von Unfällen (Traumen):In der Vorgeschichte sind Traumen von großer Bedeutung. Unter einem Trauma versteht man plötzliche körperliche oder seelische Schädigung, die durch ein akutes Ereignis aufgetreten sind.Häufig sind massive Stürze z.B. auf den „Hintern“, auf den Kopf, auf den Brustkorb, aber auch schwere Prellungen z.B. von Armen oder Beinen, Prellungen vom Brustkorb und dem Schädel. Häufig haben die Patienten im Rahmen von Unfällen (beim Sport in der Freizeit, mit dem Rad mit dem Auto usw.) Traumen an verschiedenen Körperregionen erlitten. Diese Traumen werden in den folgenden Jahren meistens vergessen, sind aber der eigentliche Ursprung der späteren chronischen Beschwerden. Seelische Traumen, wie z.B. Todesfälle oder andere Verlustreaktionen können neben psychischen Störungen auch körperlichen Funktionsstörungen (z.B. Zwerchfell) auslösen. 7.2 Osteopathische UntersuchungVoraussetzungenBei einer Osteopathischen Untersuchung wird grundsätzlich der ganze Patient untersucht und nicht nur die Körperregion, in der Beschwerden bestehen. Der Patient muss sich daher immer bis auf die Unterhose ausziehen.UntersuchungsablaufZunächst untersucht der Arzt die Gesamtkörperspannung des Patienten im Stehen, um festzustellen, in welcher Körperregion die größten Spannungen vorliegen. Anschließend wird mit einem standardisierten Programm der ganze Körper untersucht, insbesondere die Arme, Beine, Becken, Lenden-, Brust- und Halswirbelsäule, der Brustkorb, die Bauchregion und der Schädel. Es erfolgen Untersuchungen im Stehen, Sitzen und Liegen.Aufgrund dieser Untersuchung entsteht ein Gesamtbild, in welchen Körperregionen welche Funktionsstörungen vorliegen. Die gesamte Untersuchung erfolgt mit den Händen des Arztes, wobei verschiedene Bewegungstests durchgeführt werden und die Spannung der Gewebe mit den Fingerkuppen erspürt. 7.3 Osteopathische TherapieGrundsätzeBei der osteopathischen Therapie legt der Arzt zuerst fest, mit welcher Körperregion und mit welcher Funktionsstörung er beginnt. Richtschnur ist dabei das Gewebe des Patienten und die jeweilige momentane körperliche und seelische Verfassung des Patienten. Dies bedeutet, dass bei jeder Behandlung ein individuelles auf den Patienten abgestimmtes Vorgehen notwendig ist. Es gibt in der Osteopathie keine schematischen Behandlungen, sondern jeder Patient wird vor jeder Behandlung nach den oben genannten Prinzipien untersucht werden.BehandlungsmethodenAlle osteopathischen Behandlungsmethoden sind manuell, d.h. es wird ausschließlich mit den Händen behandelt. Grundsätzlich gibt es in der Osteopathie drei große Behandlungsgruppen:Bewegungsapparat (Parietales System): System der Behandlung innerer Organe (Viscerales System): Cranio-sacrales System: Alle genannten Behandlungsmethoden sind in Kurzform auf der Webseite dargestellt, siehe Stichwort Osteopathische Behandlungs-Methoden. 7.4 TherapiedauerBasisserie:Eine osteopathische Behandlung dauert in der Regel zwischen 20 und 30 Minuten, in schwierigen Fällen auch länger. Nach der Grundbehandlung ist eine individuelle Ausrichtung notwendig. Im Regelfall kann mit 3 Behandlungen im Abstand von 2-3 Wochen eine gute bis sehr gute Stabilisierung des Behandlungserfolges erreicht werden. In besonders schwierigen Fällen wird die Basisserie auf 6-8 Sitzungen erweitert. Sollte damit keine wesentliche Verbesserung der Erkrankung erreicht werden, macht eine weitere osteopathische Therapie keinen Sinn und es sind andere Therapiewege einzuschlagen. Kontrollen: |