1. Allgemeines und Geschichte
2. Akupunktur: Wirkweise
3. Methoden und Stilrichtungen
4. Akupunktur: Behandlungsablauf
5. Akupunktur: Indikationen
6. Weitere Informationen
7. Akupunktur: Kosten

 

Akupunktur

Bei Akupunktur, einer Jahrtausende alten Heilmethode, wird mit Nadeln die Haut gereizt, um den Fluss der Lebensenergie zu harmonisieren und auf das zentrale und vegetative Nervensystem einzuwirken.
Wir behandeln überwiegend mit japanischer Akupunktur, einer schmerzarmen Methode, bei der Sie als Patient eng in die Behandlung einbezogen werden. Ergänzt wird die Therapie durch Ohrakupunktur.
Shonishin, japanische Akupunktur für Säuglinge und Kinder, verwendet stumpfe Instrumente zum Streichen, Klopfen und Drücken. Wichtig ist, sie nicht zu ängstigen oder ihnen Schmerz zuzufügen.

In unserer Praxis verfügen wir über eine langjährige intensive Erfahrung in Akupunktur in den verschiedensten Bereichen. Dr. Schottdorf führt pro Jahr ca. 1300 Behandlungen durch. Das Spektrum unserer Patienten ist vielfältig und wir behandeln Patienten aus ganz Deutschland.

 

 
  Zentrumpraxis Friedberg - Dres. Johannes Mayer, Jurek Göbel, Jürgen Schottdorf-Akupunktur  

1. Allgemeines und Geschichte

1.1 Allgemeines

Der Mensch wird bei der Akupunktur als Ganzes betrachtet. So werden nicht nur Krankheiten geheilt, sondern auch der Entstehung von akuten und chronischen Leiden vorgebeugt. Damit ist diese Behandlungsmethode auch nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei bestimmten Erkrankungen und Störungen der westlichen Medizin sogar überlegen.
Doch grundsätzliche gilt: Sie kann heilen, was gestört ist, aber nicht reparieren, was zerstört ist.

1.2 Geschichte

Bereits vor 5000 bis 6000 Jahren wurde Akupunktur mit Steinnadeln, Bambussplitter oder Fischgräten angewandt. In der Zeit 200 Jahre vor bis 250 Jahre nach unserer Zeitrechnung entstanden umfangreiche chinesische Schriften über Nadeln, Stichtechniken und Akupunkturpunkte. Auf diese gehen die meisten der heute verwendeten Stilrichtungen zurück.
Im 17. Jahrhundert wurde über Akupunktur, bestehend aus den lateinischen Wörtern „acus“ (Nadel) und „punctura“ (Stich), erstmals in Europa berichtet. Eine breitere Verbreitung fand sie aber erst seit den 60er Jahren und besonders verstärkt seit Ende des 20. Jahrhunderts.
Im modernen China ist die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) mit Akupunktur neben der westlichen Medizin sogar Bestandteil der universitären Ausbildung.

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2. Akupunktur: Wirkweise

Trotz intensiver Untersuchung von chinesischen und westlichen Wissenschaftlern konnte zwar die teilweise Überlegenheit der Akupunktur gegenüber der westlichen Medizin gezeigt werden. Jedoch ist ihre Wirkweise weiterhin nicht vollständig geklärt.
Sie wirkt unter anderem auf die Spannung der Muskulatur, die Schmerzwahrnehmung und das autonome Nervensystem. Nach chinesischer Philosophie ist Krankheit die Störung des bioenergetischen Gleichgewichts, hervorgerufen durch äußere oder innere Einflüsse. Durch Akupunktur wird dieses wiederhergestellt, so dass die Energie, das Qi, in den Meridianen wieder fließt.

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3. Methoden und Stilrichtungen

Akupunktur ist eine komplexe und umfangreiche Heilmethode, die auf jahrtausende alte Erfahrung und neueste Forschungsergebnisse zurückgreift. Die Behandlung setzt sich je nach Erkrankung aus verschiedenen Behandlungsmethoden zusammen, bei denen feine Einmalnadeln in bestimmte Hautpunkte gestochen werden, was kaum schmerzhaft ist.
Akupunkturpunkte befinden sich auf unsichtbaren Energiebahnen, den so genannten Meridianen/ Leitbahnen. Häufig liegen sie aber auch in der Nähe des Schmerzes oder der erkrankten Organe.

3.1 Klassische traditionelle chinesische Medizin (TCM)

In der TCM wird eine Kombination von Akupunkturpunkten gestochen, die sich einerseits aus der Krankengeschichte, andererseits aus der körperlichen Untersuchung, der Zungen- und Pulsdiagnostik ergeben.
Seit etwa 50 Jahren wird in China zunehmend Wert auf die Kombination der traditionellen Heilmethoden mit moderner Schulmedizin gelegt.

3.2 Japanische Akupunktur

Die japanische Akupunktur entwickelte sich aus der chinesischen Akupunktur. Allerdings werden Sie als Patient in die Behandlung sehr eng einbezogen, ja müssen sogar aktiv mitgestalten. Verschiedene Prüfpunkte werden auf Druckschmerz untersucht.
Die wirksamsten Akupunkturpunkte werden dadurch ermittelt, dass sich der Druckschmerz an bestimmten Testpunkten nach Ihren Angaben sofort bessert.
Ein weiterer Unterschied zur TCM ist die Verwendung von dünneren Nadeln, die nur oberflächlich gestochen werden. Die Wirksamkeit der Therapie bemisst sich nicht dar-an, ob und wie schmerzhaft das Stechen ist. Vielmehr wird großer Wert darauf gelegt, Ihnen als Patienten möglichst wenig Schmerz zuzufügen.

Warum japanische Akupunktur? Ein Vergleich mit chinesischer Akupunktur:

Japanische Akupunktur

Chinesische Akupunktur (TCM)

sehr dünne Nadeln (0,12 mm bis 0,16 mm)

dicke Nadeln (ca 0,3 mm oder mehr)

sehr kurze Nadeln (maximal 1,5 cm)

meist lange Nadeln (2 bis 8 cm)

möglichst wenig Schmerz

häufig sehr schmerzhaft:„wenn´s nicht weh tut, wirkts´s nicht“

wenig fragen – viel untersuchen,
Arbeit und Dialog mit dem Körper

wenig untersuchen - viele schwierige Fragen

Auswahl der Akupunkturpunkte:
durch körperliches Untersuchen von
etwa 150 Diagnosepunkten

Auswahl der Akupunkturpunkte:
entsprechend der Antworten auf die Fragen

Wirksamkeit der gestochenen Akupunkturpunkte sofort überprüft
durch Untersuchen der Diagnosepunkte

keine Rückmeldung über Wirksamkeit der gestochenen Akupunkturpunkte

Verwendung zusätzlicher
hochwirksamer Methoden:
Magnete, Ionen-Pumpenkabel, Ionenkette, Diodenringe,
Elektrotherapie, Moxa

Nur Verwendung von Nadeln und Moxa, teilweise chinesische Kräuter

Kinder:
Behandlung auch ohne Nadeln
Behandlung zu Hause durch Eltern

Kinder:
Behandlung nur mit Nadeln
keine Selbstbehandlung

Behandlungsziel: v.a. Behandlung der Konstitution, des Gesamtbefindens,
dann erst des Symptomes

v.a. Symptombehandlung

Grundlage: die ursprünglichen altchinesischen Texte und japanische Weiterentwicklungen

Grundlage: die ursprünglichen Texte, stark verändert und vereinfacht (nach politischen, ideologisch-kommunistischen Vorgaben)

meist 5 Behandlungen ausreichend

meist 10 Behandlungen nötig

 

3.3 Shonishin – japanische Kinderakupunktur

Shonishin (jap. shôni = Kleinkind, shin = Akupunkturnadel) ist ebenfalls eine japanische Akupunkturmethode, die zur schmerzfreien Behandlung von Kindern entwickelt wurde. Anstelle von Nadeln werden Meridianabschnitte und Akupunkturpunkte mit stumpfen Instrumenten gestrichen, geklopft und gedrückt, um den Fluss der Lebensenergie zu harmonisieren und um auf das zentrale und vegetative Nervensystem einzuwirken. Damit kann man nicht nur aktuelle Beschwerden behandeln, sondern auch Kinder in ihrer Entwicklung stärken, Krankheiten vorbeugen und Selbstheilungskräfte aktivieren, um zur Heilung von Krankheiten beizutragen.
Die Indikationen reichen von Allergien über Infektanfälligkeit, Haut- und Verdauungsproblemen bis hin zu psychischen und neurologischen Störungen (s.a. unter Indikationen). Besonders bewährt hat sich die Kombination von Shonishin mit Osteopathie bei der Behandlung von verschiedenen Erkrankungen des Bewegungsapparates und Bewegungsstörungen. Somit werden die energetische und die körperlich-strukturelle Ebene behandelt.
Shonishin ist besonders wirksam bei Neugeborenen und Säuglingen bis hin zu Kindern im Einschulalter. Wichtig ist, sie dabei nicht zu ängstigen oder ihnen Schmerz zuzufügen. Um die Wirksamkeit zu erhöhen und Ihnen als Eltern das Gefühl der Hilflosigkeit zu nehmen, werden Sie angeleitet, Teile der Behandlung zu Hause selbst fortzuführen

3.4 Ohrakupunktur, Dauernadeln

Die Ohrakupunktur (auch Auriculotherapie genannt) wurde vom französischen Arzt Paul Nogier vor 50 Jahren entwickelt. Sie ist eine sehr wirksame Ergänzung zur Körperakupunktur.
Die Behandlung mit Dauernadeln am Ohr bietet keinen Vorteil. Jedoch können hierdurch schwere Infektionen entstehen.

3.5 Lokale Behandlung von Schmerzen

Vor allem bei Schmerzen der Muskeln, Gelenke und der Wirbelsäule kann direkt am Schmerzort mit Erfolg akupunktiert werden. Auch hier stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, wie die direkte Reizung von einzelnen verspannten Muskeln (Trigger Twitch-Therapie) oder lokaler Akupunkturpunkten.

3.6 Moxa-Behandlung

Es gibt viele verschiedene Formen der Behandlung mit Wärme durch das Abbrennen von Beifußkraut. Für die in der TCM gängigste Form wird die Scheibe einer Zigarre aus Beifußkraut auf den Griff einer Akupunkturnadel gesteckt und diese in einen Akupunkturpunkt gestochen. Anschließend wird die Zigarre entzündet. Dadurch wird die Akupunkturnadel erwärmt und die Wirksamkeit des behandelten Punktes erhöht.
Eine weitere Form ist das vor allem aus Japan stammende direkte Moxa, wobei kleinste Mengen Befußkraut direkt auf der Haut entzündet und gelöscht, bevor Schmerz entsteht.

3.7 Kombination mit Neuraltherapie und Homöopathika

Bei der Neuraltherapie wird Lokalanästhetikum in Akupunkturpunkte, vor allem aber in den Bereich von Narben gestochen, um diese zu entstören und damit Symptome zu bessern.
Zusätzlich können verschiedene homöopathische Mischungen direkt in Akupunkturpunkte gespritzt werden. Somit können vor allem lokale Beschwerden noch besser behandelt werden.

3.8 Qi Gong und Tai Chi

Dies sind meditative Bewegungsübungen, die bewirken, dass die Qi-Energie harmonisch fließt. Die Übungen wirken sich daher positiv auf Körper und Seele aus und unterstützen die anderen Therapieverfahren der chinesischen Medizin.

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4. Akupunktur: Behandlungsablauf

Vor Beginn der Behandlung werden Sie ausführlich zur Vorgeschichte und Anamnese befragt. Dies umfasst auch typisch chinesische Fragen nach Schlaf, Stuhlgang, Wärmeempfinden, psychischem Befinden und ähnlichem. Im Anschluss werden Sie körperlich einschließlich der Zunge untersucht. Bei Unklarheiten werden weitere Fachärzte zu Rate gezogen. Hieraus wird die Auswahl der Akupunkturpunkte festgelegt, die bei jeder Behandlung neu angepasst wird.
Die einzelne Behandlung dauert je nach Erkrankung und Symptomen 20 bis 30 Minuten. Bei akuten Beschwerden ist häufig eine Behandlung ausreichend, bei chronischen Beschwerden sind fünf bis zehn oder mehr Behandlungen im wöchentlichen Abstand nötig.
Die Wirkdauer der einzelnen Behandlung und der gesamten Therapie ist abhängig von der Erkrankung. Häufig wird aber die Störung bis hin zur dauerhaften Beschwerdefreiheit geheilt.

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5. Akupunktur: Indikationen

Aufgrund des komplexen Systems und der unterschiedlichen Ansatzpunkte und Konzepte kann Akupunktur bei sehr unterschiedlichen Erkrankungen und Indikationen mit großem Erfolg angewandt werden.
Viele Erkrankungen, die bei Erwachsenen aufgeführt sind, können auch bei Kindern behandelt werden. Allerdings gibt es für Kinder noch weitere Indikationen.

5.1 Erwachsene

• Akute und chronische Schmerzen, wie z.B.:
- Kopfschmerzen,
- Rücken- und Gelenkschmerzen,
- Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz),
- Tumorschmerzen,
- Schmerzen des Kau- und Zahnsystems.
• Erkrankungen des Bewegungssystems, wie z.B.:
- Schmerzen an Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule,
- Bandscheibenvorfall,
- Sehnen- und Gelenkerkrankungen,
- Tennisellenbogen,
- chronische Hüftgelenkschmerzen,
- Kniegelenkschmerzen,
- Karpaltunnel-Syndrom,
- Nachbehandlung von Hüft-, Knie- und Bandscheibenoperationen,
- Arthroseschmerzen.
• Neurologische Krankheiten, wie z.B.:
- Migräne,
- Neuralgien,
- Facialisparese (Gesichtslähmung),
- Trigeminusneuralgie,
- Mitbehandlung bei Lähmungen, Schlaganfall und Polyneuropathie,
- Schmerzen bei Gürtelrose (Zoster),
- Begleitsymptome von neurologischen Erkrankungen.
• Vegetative Störungen, wie z.B.:
-Erschöpfungssyndrom,
- funktionelle Herzbeschwerden,
- Blutdruckschwankungen,
- sexuelle Disharmonie, Libidostörungen.
• Psychische Störungen, wie z.B.:
- Panikattacken, Angststörungen und innere Unruhe
- Depressive Verstimmungen
- Schlafstörungen
- Unterstützung der Behandlung von Suchterkrankungen
• Hautkrankheiten, wie z.B.:
- Neurodermitis, Ekzeme,
- Juckreiz
• Allergien, wie z.B.:
- Heuschnupfen,
- Nahrungsmittelallergien,
- allergisches Asthma,
- Sonnenallergie.
• Erkrankungen der Atemwege, wie z.B.:
- Asthma,
- Heuschnupfen,
- Bronchitis,
- gehäuft auftretende Erkältungskrankheiten.
• Hals-, Nasen-, Ohren- und Augenkrankheiten, wie z.B.:
- Sinusitis (Nasennebenhöhlen-Entzündung),
- Geruchs- und Geschmacksstörungen,
- Schwindel,
- Trockenes-Auge-Syndrom.
• Erkrankungen des Verdauungssystems, wie z.B.:
- funktionelle Magen-Darm-Störungen,
- Magengeschwüre,
- Magenschleimhautentzündung (Gastritis),
- Verstopfung,
- Reizdarmsyndrom,
- chronische Dickdarmentzündung (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn).
• Gynäkologische Erkrankungen, wie z.B.:
- Menstruationsschmerzen,
- Zyklusunregelmäßigkeiten,
- Wechseljahresbeschwerden,
- Schwangerschaftsübelkeit und -erbrechen,
• Sonstige Indikationen, wie z.B.:
- Begleittherapie bei Tumorerkrankungen, z.B. Linderung der Übelkeit bei Chemotherapie,
- Verbesserung des Allgemeinbefindens nach Operation oder Bestrahlung,
- Urogenitale Störungen
- Verschiedene Erkrankungen in der Notfallmedizin

5.2 Säuglinge und Kinder

Alle Kinder
- Schlafstörungen
- Verdauungsbeschwerden
- Bettnässen
- Chronische Beschwerden
- Verhaltensauffälligkeit
Säuglinge:
- Sehr unruhige Säuglinge
Schulkinder:
- Angstzustände
- Kopfschmerzen
- Essstörungen
- Konzentrationsprobleme
- Motivationsmangel
- Emotionale Unausgeglichenheit

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6. Akupunktur: weitere Informationen

6.1 Verhalten vor und nach der Akupunktur

Geben Sie den Behandlungen genügend Raum. In einem Zustand der Ruhe wird der Heilungsprozess wird besser stattfinden können. Vermeiden Sie größere körperliche Anstrengungen kurz vor und nach der Akupunktur. Vor den Behandlungen dürfen Sie normal (besser nicht zu schwer) essen.

6.2 Kombination mit anderen Heilmitteln

Akupunktur kann jederzeit mit verschiedenen Behandlungsmethoden wie Chiropraktik und Osteopathie kombiniert werden. Häufig ist vor allem eine gemeinsame Behandlung erfolgreich.
Wichtig ist ein sinnvolles Miteinader. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie Medikamente nehmen oder in anderer alternativer Behandlung sind, dass wir Sie optimal beraten können. Setzen Sie aber niemals von sich aus ärztlich verschriebene Medikamente ab.

6.3 Operationen vorbeugen

Vor geplanten Operationen, vor allem bei funktionellen Störungen, ist es durchaus sinnvoll, einen Behandlungsversuch mit Akupunktur durchzuführen. Sprechen Sie uns bitte im Einzelfall an, da hier keine allgemeine Aussage möglich ist.

6.4 Die Nadeln

Es werden ausschließlich Einmalnadeln verwendet, die nach jeder Behandlung weggeworfen werden. Diese haben eine Dicke von 0,2 mm und eine Länge von 15 bis 25 mm. Die Stichtiefe beträgt je nach Akupunkturpunkt, Beschwerden und vor allem je nach Ihrem Empfinden im Allgemeinen nur zwischen 2 und 10 mm.
In der Kinderakupunktur werden erst ab etwa dem achten Lebensjahr vereinzelt Nadeln verwendet, die mit 0,12 mm noch deutlich dünner sind. Diese werden mit einer Applikationshilfe unter die Haut gebracht, so dass Ihr Kind die Nadel fast nicht spürt.
Vor allem in der japanischen Kinderakupunktur werden zusätzlich Klebenadeln mit einer Dicke von 0,2 und einer Länge von 0,5 mm verwendet, die völlig schmerzfrei über Tage belassen werden.

6.5 Das „De Qi“-Gefühl und Schmerzhaftigkeit

Wir teilen nicht die Ansicht, dass Akupunktur nur erfolgreich sei, wenn es weh tut. Vielmehr soll die Behandlung möglichst schmerzarm sein, um auch Patienten mit Angst vor Nadeln behandeln zu können. Der Einstichschmerz ist nicht vergleichbar mit dem einer Spritze. Zudem gibt es spezielle Nadelsysteme für nahezu schmerzfreien Einstich.
Beim Setzen der Nadeln tritt meist das erwünschte "De Qi"-Gefühl auf, ein Kribbeln, Druck- oder Wärmegefühl am Punkt. Wie es genau empfunden wird, hängt vom allgemeinen Zustand des Patienten.

6.6 Nebenwirkungen und Risiken

Die Akupunktur ist sehr sicher und nebenwirkungsarm. Zuweilen tritt gerade zu Beginn Müdigkeit während und einige Stunden nach der Therapie auf. Auch können anfänglich die Beschwerden für kurze Zeit zunehmen. Beides sind Folgen der angestrebten energetischen Prozesse. Gelegentlich kommt es zu muskelkaterähnlichen Empfindungen und kleinere Blutergüsse an den behandelten Punkten. Dies ist aber harmlos.
Die Übertragung infektiöser Krankheiten ist aufgrund steril verpackter Einmalnadeln ausgeschlossen.

6.7 Ausbildung

Die Grundausbildung für die Akupunktur dauert 200 Stunden mit abschließender Prüfung vor der Ärztekammer.
Um die vielfältigen und großartigen Möglichkeiten dieser komplexen Heilmethode ausschöpfen zu können, ist allerdings weit mehr Anstrengung nötig. So ist umfangreiches Selbststudium, der Besuch weiterer Kurse, der stete Austausch mit Kollegen und nicht zuletzt die eigene Erfahrung durch langjähriges und häufiges Anwenden unabdingbar.
Shonishin, die japanische Kinderakupunktur, ist eine weitere umfangreiche Ausbildung.

6.8 Abgrenzung zu Heilpraktikern

Akupunktur wird nicht nur von Ärzten angewandt, sondern wird auch von vielen Heilpraktikern angeboten. Allerdings ist gerade die Kombination aus komplementären Verfahren wie Akupunktur und Osteopathie mit langjähriger Erfahrung und intensiver Ausbildung in westlicher Schulmedizin besonders erfolgreich. Je nach Erkrankung können die Vorteile der jeweiligen Behandlungsmethode optimal ausgeschöpft werden.
Des Weiteren ist bei vielen Erkrankungen vor Behandlung eine eingehende schulmedizinische Abklärung nötig, um nicht notwendige Therapien zu unterlassen.

6.9 Weiterführende Literatur

Über Akupunktur wurden unzählige Bücher verfasst. Wenn Sie zu einzelnen Themen weiterführende Literatur wünschen, helfen wir Ihnen gerne weiter.

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7. Akupunktur: Kosten

Für jede Behandlung berechnen wir zwischen € 38,76 und 46,92, da es sich um eine reine Privatleistung handelt. Der Preis richtet sich nach Aufwand der Zeit und den verwendeten Techniken.
Von einige Krankenkassen und Zusatzversicherungen werden bei bestimmten Erkrankungen die Kosten teilweise oder vollständig übernommen. Hierfür wenden Sie sich bitte direkt an ihre Krankenkasse.

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